Stille Beobachtung der Elemente

Wie die Beobachtung der Natur-Elemente die Sinne verfeinern kann


Als Erweiterung der Meditation kann man die Natur und die Elemente der Natur beobachten.

Das hat den Vorteil, dass man beschäftigt ist und dadurch fällt es einem leichter, die Gedanken vorbeifliessen zu lassen.


Kerzen

Eine besonders einfache Form der stillen Beobachtung ist es, in eine Kerze zu schauen.

Dazu setzt man sich einfach entspannt hin und zündet eine Kerze an.

Der Flamme dieser Kerze schaut man zu.

Besonders intensiv ist das Beobachten einer Kerze, wenn man das Zimmer ansonsten abdunkelt.

Der Hauptvorteil der Kerzenbeobachtung ist die Unabhängigkeit vom Wetter, weil man sie im Haus durchführen kann.

Am besten reserviert man sich jeden Tag zu einer festen Zeit eine Viertelstunde, um seine Kerze beim Brennen zu beobachten.


Feuer

Deutlich beeindruckender als das Kerzebetrachten ist die Beobachtung eines richtigen Feuers.

Richtige Feuer kann man im Normalfall eher selten geniessen, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, sollte man sie ergreifen und eine Weile einfach dem Feuer zuschauen.

Sehr interessant ist auch der Unterschied zwischen dem jungen Feuer, das sich mit hohen, hellen Flammen seine Nahrung sucht und dem verglühenden Feuer, dass sanft vor sich hinglimmt und warme dunkelrote Leuchtimpulse zeigt.

Sehr schön ist es, wenn man in den Nächten der Hexenfeste ein Feuer machen kann.



Agnihotra

Agnihotra ist eine alte vedische Tradition aus Indien, die ein Mittelding zwischen Kerze- und Feuer-Beobachtung ist.

Das Feuer beim Agnihotra ist sehr klein, es passt in eine kleine Kupferschüssel.

Jeweils zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang werden in der Kupferschüssel getrockneter Kuhdung, Ghee und einige Reiskörner verbrannt.

Beim Anzünden singt man ein kurzes Mantra.

Dann schaut man den Flammen zu, bis das Feuer ausgebrannt ist. Das dauert etwa eine Viertelstunde.

Abgesehen davon, dass man einen Raum braucht, bei dem es nichts ausmacht, wenn sich nach und nach Ruß an der Decke sammelt und es im Sommer nicht ganz einfach ist, schon zu Sonnenaufgang wach zu sein, ist Agnihotra eine ganz wunderbare Möglichkeit zu sich zu finden, Stille zu lernen und seine Sinne zu schärfen.



Wasser

Auch Wasser bietet sich wunderbar an, um es zu beobachten und dabei innerlich still zu werden.

Herrlich ist eine Wanderung, ein Lauf oder eine Radtour zum nächsten Gewässer.

Wenn man angekommen ist, macht man es sich bequem, zieht nach Durchschwitzung etwas über und schaut dem Wasser beim Fliessen oder Plätschern zu.

Das Wasser kann einem viel von der Welt erzählen, es zeigt Rhythmus und spiegelt Gefühle.

Spannungen nimmt das Wasser einfach mit und lässt einen locker und zufrieden werden.


Wasserschale

Der ruhige Blick in eine mit Wasser gefüllte Schale ist eine andere Möglichkeit, das Wasser zu beobachten.

Dies ist auch eine beliebte Technik der Wahrsagekunst.

Dazu verwendet man am besten eine schöne Glas-Schale, manche nehmen auch Silberschüsseln.

In diese Schale füllt man am besten Quellwasser.

Am Anfang sollte man einfach in das Wasser schauen und die Gedanken ziehen lassen.

Grossartige Erkenntnisse sollte man sich nicht erwarten, denn durch zuviel Erwartung scheucht man übersinnliche Wahrnehmungen eher davon.

Wenn eine Wahrnehmung oder gar Vision kommen will, dann wird sie die Gelegenheit nutzen, wenn man innerlich ganz still und unverkrampft geworden ist.



Luft

Auch die Beobachtung der Luft kann uns helfen, die innere Stille zu finden und die Sinne zu schärfen.

Für eine Luftmeditation kann man die Wolken betrachten oder den Bäumen zuschauen, wie sie sich im Wind bewegen.


Erde

Da die Erde meistens sehr still ist, fällt es uns schwerer, ihre Bewegung zu nutzen, um innerlich still zu werden, auch wenn das eigentlich paradox klingt.

Man kann jedoch die Mächtigkeit der Stille der Erde nutzen, um Stille zu lernen.

Dazu eignen sich grosse Felsen, an die man sich setzt oder auch grosse Bäume, die mit ihren Wurzeln tief mit der Erde verbunden sind.

Höhlen sind natürlich auch starke Vertreter des Erdelements. Wenn man die Gelegenheit hat, sollte man sich in eine Höhle setzen und fühlen, wie die Erde einen umgibt.


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