Mabon

Alban Elved oder Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche

21. oder 23. September

Bedeutung des Herbstfestes

Mabon, der Herbstanfang ist als Hexenfest eher unwichtig, zumindest wenn man sich an den einschlägigen Texten orientiert.

Nicht nur, dass es zu den Sonnenfesten gehört, die durch den Lauf der Sonne festgelegt werden und als Nebenfeste des Hexenjahreskreises gelten, im Gegensatz zu den sogenannten Mondfesten, zu denen Beltane und Samhain gehören.

Unter den Sonnenfesten sind es auch eher Mittsommer und Mittwinter, die eine wichtige Rolle spielen, wohingegen die Tagundnachtgleichen in den Hintergrund treten müssen.

Der Frühlingsanfang "Ostara" wird natürlich trotzdem sehr geschätzt, denn dann erwachen die Lebensgeister der Natur und mancherorts ist es sogar Jahresanfang.

Also muss die Herbst-Tagundnachtgleiche sich mit dem letzten Platz der Wichtigkeit der Hexenfeste begnügen - könnte man meinen.

Erntedank

Gegen die Unwichtigkeit des Herbstfestes spricht jedoch die Tatsache, dass überall mit grosser Freude der Herbst und die Ernte gefeiert werden.

In Weingegenden gibt es ein Weinfest nach dem anderen, woanders werden die Kohlköpfe gefeiert, und auch das Oktoberfest findet bestimmt nicht ohne Grund ausgerechnet Ende September statt.

Überall freuen sich die Menschen über die erfolgreiche Ernte.

Im ländlichen Raum stellt die Zeit um den Herbstanfang einen Höhepunkt des Festjahres dar.

Daher bin ich mir ziemlich sicher, dass naturverbundene Hexen auch früher voller Freude die herbstliche Tag-und-Nacht-Gleiche genutzt haben, um fröhliche Feste zu feiern.

Herbstanfang - Tagundnachtgleiche

Beim Herbstfest wird die Tag-und-Nacht-Gleiche gefeiert.

Doch was ist eine Tag-und-Nacht-Gleiche?

Dass die Tage im Verlauf des Jahres mal kürzer und mal länger sind, zumindest in den gemässigten Zonen der Erdkugel, ist wohl jedem klar.

Im Verlauf dieser jahreszeitlichen Schwankungen gibt es nicht nur einen kürzesten und einen längsten Tag, sondern auch zwei Tage, an denen die Dauer des Tages mit Sonnenlicht und die Dauer der Nacht ohne Sonnenlicht gleich sind.

Es sind die Übergänge vom Sommer zum Winter und umgekehrt. Diese Tag-und-Nacht-Gleichen finden am 21. März und meist am 23. September statt. Sie stellen gleichzeitig auch den Startpunkt einer neuen Jahreszeit aus kalendarischer Sicht dar.

Die Tag-und-Nacht-Gleichen werden auch Äquinoktien genannt. "Äqui" von "gleich" und "nokt" von "Nacht". Genau betrachtet stellen die Äquinoktien einen Wendepunkt dar, denn von da ab sind die Nächte länger als die Tage, bzw. umgekehrt. Für den Herbst bedeutet das die nächte Stufe des Abschieds vom Sommer.

21. oder 23. September?

Über den Tag, an dem die Herbst-Tagundnachtgleiche nun genau gefeiert werden soll, herrscht einige Unklarheit.

Der 21. September passt gut in das Muster der Sonnenfeste, die sonst alle um den 21. herum stattfinden.

Die astronomische Tag-und-Nacht-Gleiche des Herbstes und somit auch der offizielle Herbstanfang findet jedoch meistens erst am 23. September statt und manchmal auch am 22. September. Welcher Tag es genau ist, hängt vom Umlauf um die Sonne ab und in gewisser Weise auch davon, ob wieder ein Schaltjahr ansteht oder nicht.

Für die Feiernden ist diese Unklarheit ganz praktisch, denn man kann sich eigentlich aussuchen, wann man feiert.

Typisch für die Herbstfeste ist es, dass sie von Anfang September bis Mitte Oktober gefeiert werden. Das hat den Vorteil, dass es eine lange Zeit ständiger Feiern gibt und in ländlichen Gegenden jedes Dorf Gelegenheit hat, sein eigenes Herbstfest auszurichten.

Mabon - Alban Elved

Ähnlich wie über den Zeitpunkt des Herbstfestes herrscht auch über seinen Namen Unklarheit.

Lange Zeit wurde dieses Fest in Hexenkreisen schlicht als Herbst-Äquinoktium bzw. als Herbst-Tagundnachtgleiche bezeichnet.

Doch das klingt so technisch im Vergleich zu den wohlklingenden keltischen Namen "Beltane" oder "Samhain".

Also hat Aidan Kelly in den 1970er Jahren den Namen "Mabon" für das Herbstfest ausgewählt.

"Mabon" ist ursprünglich eine mythische keltische Gestalt.

Obwohl "Mabon" sich vom Klang her gut in die anderen Hexenfeiertage einfügt, waren doch nicht alle damit einverstanden, das Herbstfest so zu nennen.

Daher wird das Fest von anderen auch "Alban Elved" genannt, passend zu zu "Alban Eiler" für die Frühlings-Tagundnachtgleiche, "Alban Hefyn" für die Sommersonnenwende und "Alban Arthan" für die Wintersonnenwende.

Beeren-Ernte

Völlig unabhängig von den Festgewohnheiten der Menschen begeht die Natur ihr eigenes Fest.

An allerlei Sträuchern und Bäumen reifen die Beeren heran.

Manche dieser Beeren sind süss und lecker, andere eber herb aber medizinisch verwendbar oder sauer und vitaminreich, um uns über die dunkle Jahreszeit zu bringen.

Aus den Beeren der Vogelbeere kann man übrigens leckere Muse und Marmeladen kochen, denn der darin enthaltene Giftstoff wird durchs Kochen zerstört und ermöglicht wohlschmeckende, aber herbe Leckereien aus den leuchtend roten Früchten.

Auch Berberitzen und Hagebutten gehören zu den Wildfrüchten, die in Form von Musen und Marmeladen wertvolle Begleiter im Winter sind.

Beide Fruchtarten strotzen nur so vor lauter Vitaminen und natürlich auch anderen wertvollen Lebendigkeits-Stoffen.

Getrocknet oder eingekocht helfen sie über die dunkle, kalte Zeit des Winters hinweg.

Hier schlägt die Stunde der traditionsbewussten Hausmütterchen. Denn zahlreiche Marmeladen- und Kompottgläser zeugen von der
gekonnten praktischen Nutzung der Schätze des frühen Herbstes.

Weinlese

Besonders traditions- und naturverbunden ist die Zeit der Weinlese in Gegenden, wo Wein angebaut wird.

Die Winzer leben ihr Leben im Rhythmus des Sonnenjahres.

Der Höhepunkt ihres Jahres beginnt zur Zeit der Weinlese, wenn die liebevoll gehegten Weinreben reife Trauben hervorgebracht haben.

Kurz vorher wird noch die Reife des jungen Weins vom Vorjahr im Rahmen von zahlreichen Festen gewürdigt und dann beginnt das "Herbsten".

Während der Weinlese müssen die Winzer und all ihre Mitarbeiter von früh bis spät arbeiten, aber es ist auch eine Zeit der Freude, weil die Früchte der Arbeit des ganzen Jahres eingebracht wird.

Nüsse

Ausser Früchten und Beeren reifen auch Nüsse im Herbst.

Nüsse sind nicht nur gute Energieträger, sondern sie bieten auch reichlich Eiweisse, die helfen, im Winter bei Kräften zu bleiben.

Auch viele Tiere sind dafür bekannt, im Herbst soviele Nüsse wie möglich zu horten. Das hilft ihnen, im Winter nicht zu verhungern.

Heutzutage muss der Mensch in den Industrieländern keine Nüsse mehr horten, um den Winter zu überstehen, weil es in Supermärkten reichlich Nahrung gibt.

Aber es ist gut, sich dessen bewusst zu bleiben, dass Vorräte wie Nüsse in unseren breiten der Schlüssel zum Überleben darstellen.

Pilze

Der Herbst ist auch die Jahreszeit der Pilze, sowohl der giftigen als auch der essbaren.

Bei Pilzen ist es wichtig zu erkennen, welche zuträglich und welche schädlich sind.

Diese Unterscheidungsfähigkeit ist auch für andere Aspekte des Lebens wichtig.

Jahresernte

Zu Herbstbeginn kann man die Zeit nutzen, um sich zu fragen, wie das Jahr bislang gelaufen ist, welche Ziele man erreicht hat und welche noch offen sind.

Jetzt ist noch genügend Zeit, um einiges nachzuholen und zu ergänzen, was bisher nicht optimal geklappt hat.

Nutzen wir also die herbstliche Tagundnachtgleiche für eine Zwischen-Bestandsaufnahme, um am Ende des Jahres mit uns zufrieden sein zu können.

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