Stechapfel

Datura stramonium


Stechapfel-Blüte Der Stechapfel wächst in vielen verschiedenen Ausprägungen weltweit. Auf dem Foto siehst du eine südamerikanische Engelstrompete, die hier inzwischen verbreiteter ist, als der europäische Stechapfel.
Weltweit wird der Stechapfel auch als heilige Pflanze verehrt. Seine Wirkungen sind ähnlich, wie die der Tollkirsche, weisen jedoch einige Besonderheiten auf.

Inhaltstoffe

Datura enthält Hyoscyamin und Skopolamin im Anteil 2:1. Bei jungen Pflanzen ist der Skopolamin-Anteil höher. Sie enthält kaum Atropin im Gegensatz zu Tollkirsche und Bilsenkraut. Außerdem sind in geringen Mengen Apoatropin, Nicotin, Flavone, Cumarin und Gerbstoffe enthalten.

Wirkung

Stechapfel Das Hyoscyamin bewirkt eine ähnliche Wirkung wie bei Tollkirsche und Bilsenkraut. Durch das Skopolamin, das im Stechapfel in relativ großen Mengen enthalten ist, kommt eine Krampfneigung, hypnotische Zustände und frühzeitiger Tiefschlaf hinzu.

In niedrigen Dosen spürt man vor allem die lähmende Wirkung auf den Parasympathikus. Mund und Rachen trocknen aus. Der Speichel fließt nicht mehr. Die Schleimhäute des Verdauungskanals werden auch ganz trocken, wodurch Schlucken und Essen sehr schwer fällt. Dadurch, daß der Parasympathikus nicht mehr beruhigend auf das Herz wirken kann, kommt es zu Herzrasen. Die Pupillen erweitern sich und es kommt zu Störungen des räumlichen Sehens.

In mittlerer Dosierung kommt es zur Verstärkung der oben beschriebenen Effekte. Zusätzlich entsteht immer mehr Unruhe und Verwirrungszustände, die in Halluzinationen gipfeln können. Außerdem kann es zu Gewaltausbrüchen und Krämpfen kommen.
Im Gegensatz zu psychedelischen Drogen wirken die Halluzinationen als wären sie wirklich. Dadurch ist der Stechapfel-Vergiftete in Gefahr, seinen Traum mit der Realität zu verwechseln und sich dadurch in Lebensgefahr zu bringen. Wegen der unangenehmen Begleiterscheinungen kann das Gesamterlebnis auch sehr unangenehm sein, selbst wenn es nicht zu Unfällen durch die Halluzinationen kommt.
Meistens wechselt die Anregung des zentralen Nervensystems nach einer Weile zu einer Lähmung desselben, wodurch der Vergiftete oft in tiefen Schlaf fällt, in dem er starke lebhafte teilweise beunruhigende Träume hat. Diese Träume sind auch häufig stark sexuell eingefärbt.

Bei starker Dosierung kommt es infolge der Lähmung des zentralen Nervensystems zu einer Lähmung des Atemzentrums und zum Tod.

Stechapfel

Pflanzenbild

Der einheimische Stechapfel ist eine einjähriger Strauch, der 1 bis 2 m hoch werden kann. Der Stengel verzweigt gabelig. Die Blätter sind eiförmig und grobgesägt. Die Blüte ist sehr typisch und macht den Stechapfel leicht zu erkennen. Sie ist bei der einheimischen Stechapfelart weis und lang trompetenförmig. Später entwickelt sich aus der Blüte eine stachelige Frucht, die an Kastanien erinnert. Im Gegensatz dazu hat die Stechapfelfrucht allerdings 5 Einschnürungen.

Viel häufiger als den einheimischen Stechapfel findet man hierzulande die amerikanischen Engelstrompeten, die ähnliche Wirkstoffe aufweisen. Diese Engeltrompeten stehen gerne in Parks und öffentlichen Anlagen. Sie sehen aus wie kleine Bäume und haben sehr große, häufig rosafarbene Blüten, die herrlich duften.

Verwendung in der Medizin

Früher wurden Stechapfelblätter bei Asthma mit ziemlich gutem Erfolg geraucht. Heute werden sie wegen der Nebenwirkungen nicht mehr angewendet. In schweren Fällen wird in der Krankenhausmedizin jedoch noch Skopolamin in Reinform bei schweren Asthmafällen eingesetzt.



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